Den Moment genießen

Wir machen uns immer so viele Gedanken über so viele Dinge und so viele unwichtige Situationen. Dabei vergessen wir, einfach einmal anzuhalten und zu genießen. 

 Die letzten paar Tage habe ich mehr in der Natur verbracht. Ich war wandern, spazieren, schwimmen und Rad fahren. Zum ersten Mal seit langer Zeit habe ich mir nicht ständig Gedanken gemacht über meine Zukunft. Habe nicht verzweifelt versucht, mein gesamtes Leben zu strukturieren und zu planen. Alles was ich gemacht habe, war im Moment zu leben und den Moment zu spüren. Doch die Hektik der Zeit und der Druck unserer Gesellschaft liegt jedem schwer auf den Schultern. Man muss immer wissen, was man machen möchte. Man muss immer wissen, was der nächste Schritt sein wird. Man muss immer einen Plan B haben, aber eigentlich sollte der Plan A so gut sein, dass man Plan B gar nicht bracht. Man muss sich in der Hierarchie einordnen lassen, damit jeder einen Eindruck von einem haben kann, bevor man sich überhaupt kennen lernt. Wir gehen nicht mehr auf Menschen zu sondern analysieren und kritisieren sie zuerst aus einer gewissen Entfernung, bevor wir mit einem vorgefertigten Register an Daten zu ihnen kommen, um den Eindruck zu verfestigen. Man lässt sich nicht mehr überraschen, nicht mehr treiben, nicht mehr von sich selbst lenken. Schon von klein auf lernt man, dass man sich einordnen muss und dass sich jeder Mensch mithilfe von Fakten einordnen lassen kann. Wir sind Nummern, Zahlen, Dokumente. Doch wir sollten nicht vergessen, dass wir auch Geschichten und Gefühle sind. Man kann uns vielleicht teilweise einordnen, man kann uns abstempeln. Doch jeder Mensch hat seine Geheimnisse, jeder Mensch hat seine Geschichte, jeder Mensch hat seine Gedanken. Wir sind alle verschieden und dennoch haben wir alle so vieles gemeinsam. Und das ist so wunderbar; deswegen sollten wir alle näher zusammenrücken. Wir sollten uns mehr für die Geschichten interessieren als für die Fakten. Wir sollten alle im Moment leben und hin und wieder einfach mal tun, wonach es uns steht. Aufeinander zugehen, schöne Zeit miteinander verbringen, ohne dabei an Morgen oder Gestern zu denken. Anstatt alles detailliert zu planen sollten wir die kleinen Überraschungen unser Leben bereichern lassen. Wir werden noch so viel Zeit haben, zurückzublicken; aber kein Moment wird sich genauso wie er war wiederholen lassen. 

Lasst uns alle einfach die Augen und die Herzen offen halten und unserer Scheuklappen abnehmen. Wir sollen keine Gesellschaft ohne Gegenwart sein...  

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0